Vor 25 Jahren kam Marianne Karda als Pflegedienstleitung (PDL) zur Caritas-Sozialstation Bad Kreuznach. Sie war die dreizehnte Pflegefachkraft und erste "zivile" Chefin des Pflegedienstes. Nun wurde sie von einem 50-köpfigen Team in den Ruhestand "entlassen". Eines ist die langjährige Führungskraft bis jetzt geblieben: Krankenschwester.
"Anfang Mai 2001 wurde ich die dreizehnte Pflegefachkraft in der Kreuznacher Sozialstation des Caritasverbandes - und zugleich deren erste ‚zivile‘ Leiterin", erinnert sich Marianne Karda Zuvor hatten stets Ordensschwestern den Pflegedienst geleitet.
Zweieinhalb Jahrzehnte lang begleitete Karda wichtige Entwicklungen, viele davon mit Wachstum verbunden: Leistete die Sozialstation früher vorwiegend Behandlungspflege, so wurde das Spektrum durch ergänzende Angebote breiter. Hauswirtschaftliche Angebote bekamen größeren Stellenwert: Anfangs waren in dem Bereich drei Teilzeitkräfte beschäftigt; heute sind es 16.
"Die Belegschaft der Sozialstation zählt aktuell 50 Kolleginnen und Kollegen. "Doch unser Team wurde nicht bloß größer, sondern mit Palliativkräften, Wundexpertinnen oder Praxisanleiterinnen auch vielfältiger", verrät die jetzt ehemalige PDL.
"Mein Anliegen war es, eine moderne, qualitative gute Sozialstation zu gestalten. Dazu brauchte es Offenheit für Neues, sei es Digitalisierung oder ein veränderter gesetzlicher Rahmen." Bei alledem habe ihr das katholische Profil des Verbandes und der Sozialstation am Herzen gelegen: "Wichtig ist mir, ‚Caritas‘ nicht nur als Organisation zu verstehen, sondern den Leitgedanken - tätige Nächstenliebe - als Haltung zu vertreten."
Die scheidende Pflegedienstleiterin Marianne Karda wird von Caritasdirektor Dr. Jens Werner (links) und dem Bad Kreuznacher Dienststellenleiter Markus Weber mit allen guten Wünschen verabschiedet. Thomas Elsen, Caritas
Nicht zuletzt Kardas so geradliniger wie empathischer Umgang mit den Mitarbeitenden belege das, befindet Caritasdirektor Dr. Jens Werner: "Ihr im Kollegium hoch geschätzter Führungsstil trägt sehr zur Mitarbeiterbindung bei."
Gerade dieses Lob des Caritas-Chefs trifft einen "wunden Punkt". Denn: Fluktuation war nie ein großes Thema für die Caritas-Sozialstation - Fachkräftemangel schon. Wenn Karda vehement dafür wirbt, Pflegeberufen mehr Anerkennung zuteilwerden zu lassen, ist das authentisch. Nach ihrem Beruf gefragt, antwortet sie mit einem Wort: "Krankenschwester".
Pflegedienstleitung sei "nur" eine Funktion, von Beruf sei sie seit der Ausbildung Krankenschwester, erklärt die 65-Jährige auf Nachfrage. Eigene Qualifikationen zu Wundbehandlung oder Palliativ-Care sieht sie als Handwerkszeug, um ihren Beruf gut auszuüben: "Wichtig sind mir - neben menschlicher Pflege für unsere 250 Patienten - Transparenz und aufrichtige Beratung für Pflegebedürftige und Angehörige!"
Sie habe ihre Arbeit immer gerne gemacht, weil sie beruflich und privat Rückhalt hatte, so Karda: "Als Sozialstation auch in schwierigeren Zeiten erfolgreich zu sein, gelingt nur als Team-Leistung", sagt sie. "Genauso wichtig war, dass mein Mann und unsere beiden Kinder meine Berufstätigkeit mitgetragen haben."
Angst vor Langeweile hat die Neu-Ruheständlerin, die immer in Vollzeit tätig war, nicht: "Wir werden Urlaube bewusster und vielleicht auch etwas länger genießen." Damit hängt auch zusammen, dass sie gerne Spanisch lernen würde…
Für Marianne Karda markierte der 30. September einen neuen Lebensabschnitt. In der Sozialstation geht`s währenddessen nahtlos weiter. Gemeinsam mit Caritasdirektor Werner freut Karda sich, dass die neue Pflegedienstleitung aus den eigenen Reihen kommt: Am 1. Oktober hat Alexandra Moor, bis dato stellvertretende PDL, übernommen.