Der Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V. unterhält Suchtberatungsstellen in Bad Kreuznach, Boppard, Idar-Oberstein und Simmern. Fachkräfte aller Standorte absolvierten jetzt eine Schulung zu digitalen Beratungs-Formen und -Tools. Das allein wäre wohl keine Meldung - hier aber markiert es eine Erweiterung des Beratungs-Angebotes.
Ab Mittwoch, 1. April, ist die Suchtberatung der hiesigen Caritas auch über "DigiSucht" erreichbar. Auf www.suchtberatung.digital bietet die von 13 Bundesländern finanzierte Plattform Betroffenen und Angehörigen Unterstützung bei allen Fragen zum Umgang mit Drogen, psychoaktiven Substanzen, Glücksspiel oder digitalen Medien. Die Nutzung ist für die Ratsuchenden kostenfrei und kann anonym geschehen.
"Neben E-Mail-Beratung besteht die Möglichkeit der Beratung im persönlichen Chat oder per Video-Call", erklärt Frank Ohliger-Palm, Fachdienstleiter Suchthilfe im Caritasverband. "Damit ist DigiSucht eine wichtige und zeitgemäße Ergänzung zur Vor-Ort-Beratung." Zudem sei jederzeit ein Wechsel in die herkömmliche Beratung möglich.
Die Anfänge von DigiSucht liegen im Jahr 2022; inzwischen hat sich die noch recht junge Online-Beratungsplattform gut etabliert. "Teilnehmende Beratungsstellen gewinnen an Sichtbarkeit, wovon Klientinnen und Klienten unmittelbar profitieren", befindet Frank Ohliger-Palm. "DigiSucht erleichtert den ersten Kontakt mit dem Hilfesystem und trägt damit dazu bei, dass Beratung- und Unterstützung frühzeitig in Anspruch genommen werden können."
Der hiesige Caritasverband fungiert für DigiSucht-Nutzer als Team-Beratungsstelle: Kolleginnen und Kollegen der vier Standorte bearbeiten eingehende Anfragen gemeinsam. Für jeden Tag sind jeweils zwei Beratungskräfte zuständig - Wochenenden eingeschlossen. So können sich Ratsuchende darauf verlassen, binnen 48 Stunden Rückmeldung zu bekommen.
Suchtberater des Caritasverbandes von den Standorten in Bad Kreuznach, Boppard, Idar-Oberstein und Simmern.Jakob Müller, Diakonisches Werk Altenkirchen
Für die Caritas-Suchtberater in den Landkreisen Bad Kreuznach, Birkenfeld und Rhein-Hunsrück war die jüngste DigiSucht-Schulung Auftakt und Auffrischung zugleich: Sie hatten bereits auf einer anderen Plattform Erfahrung in Online-Beratung gesammelt. Die jetzige Halbtagesveranstaltung sei indes ein mehr als nützliches "Update" in einem sich zügig weiterentwickelnden Arbeitsbereich gewesen, lautet die einhellige Bewertung im Suchthilfe-Team.
In diesem Zusammenhang lobt etwa Markus Weber aus der allgemeinen Suchtberatung den Dozenten Leonard Reiche. Als Referent der Landesstelle für Suchtfragen Rheinland-Pfalz obliegt Reiche die Landeskoordination des DigiSucht-Angebotes. "Mit ihm haben die Beratungsstellen einen verlässlichen Ansprechpartner, der seine fundierte Praxiserfahrung auch zu vermitteln weiß", resümiert Weber.
- Die DigiSucht-Plattform findet man auf www.suchtberatung.digital.
- Weitere Infos zur Suchtberatung des Caritasverbandes Rhein-Hunsrück-Nahe e.V. gibt´s unter www.caritas-rhn.de