Der "Stromspar-Check" des örtlichen Caritasverbandes ist in den Landkreisen Bad Kreuznach, Birkenfeld und Rhein-Hunsrück fest etabliert: Traditionell gibt´s die kostenfreie Energiespar-Beratung für Menschen, die von Sozialleistungen leben oder deren Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze liegt. Neuerdings gilt das Angebot zusätzlich Haushalten, die von Armut bedroht sind!
Die Stromspar-Berater - eigens qualifizierte Caritas-Mitarbeiter - analysieren den Energie- und Wasserverbrauch in Haus bzw. Wohnung und spüren "Energiefresser" auf. Zum Zweitbesuch bringen sie dann nicht bloß Spar-Tipps mit, sondern außerdem sogenannte Soforthilfen im Wert von bis zu 75,- Euro. Darunter sind etwa LED-Leuchtmittel, abschaltbare Steckerleisten oder Sparduschköpfe. Der Clou: Auch dafür zahlt der beratene Haushalt keinen Cent!
"So wurden seit 2014 mehr als 3.500 Checks mit jeweils zwei Terminen durchgeführt", resümiert Diana Dahm, Stromspar-Check-Koordinatorin im Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe e.V. "Die Zahl der von unserem Team ausgegebenen beziehungsweise installierten Soforthilfe-Artikel summiert inzwischen auf rund 49.000 Stück."
Das Stromsparcheck-Team rund um Koordinatorin Diana Dahm.Xaver van Elk / Caritasverband
Die jüngste Erweiterung der Zielgruppe hält Diana Dahm für einen großen Entwicklungsschritt des bundesweiten Projekts: "Schon seit einer Weile erkennen wir aus den eingehenden Anfragen, dass vermehrt Menschen an ihre finanziellen Grenzen geraten, die bislang noch gerade so über die Runden kamen", sagt sie "Indem nun auch jene angesprochen sind, denen Armut droht, kann der Stromspar-Check frühzeitig und damit stärker vorbeugend ansetzen."
Und an der präventiven Wirkung der Beratung hat Dahm überhaupt keinen Zweifel: "Die kontinuierliche Auswertung belegt ein jährliches Einspar-Potential zwischen 210 und 410 Euro für einen Drei-Personen-Haushalt." Das sei in jedem Fall "kein Pappenstiel" - und damit die Zeit für die beiden ca. 90-minütigen Besuche durch die "Checker" in jedem Fall gut investiert, findet sie.
Die Frage, wann tatsächlich Armut besteht oder ab wann sie droht, sei schwer zu beantworten, zumal längst nicht jeder Betroffene seine bestehenden Sozialleistungsansprüche auch einlöst, so Dahm weiter: "Allzu oft stehen Unkenntnis, Schwierigkeiten mit behördlichen Formularen oder auch Scham dem entgegen." Deshalb begrüßt sie es, dass die Inanspruchnahme des Stromspar-Checks für von Armut bedrohte Haushalte recht unbürokratisch per Selbstauskunft beim Caritasverband möglich ist.
Zugleich ermutigt die Stromspar-Check-Koordinatorin auch jene Menschen, die seit jeher zur Zielgruppe gehören, einfach Kontakt aufzunehmen. "Dazu gehören übrigens auch BAföG-Empfänger, ebenso wie Senioren mit einer sehr ‚schmalen‘ Rente. Beide Gruppen haben diese Tatsache unserer Erfahrung nach leider nicht immer im Blick!"
Der "heiße Draht" zum Stromspar-Check für die Landkreise Bad Kreuznach, Birkenfeld und Rhein-Hunsrück: Telefon: 06 71/8 38 28-47; Stromspar-Check-KH@caritas-rhn.de; www.caritas-rhn.de/Stromspar-Check.