Die Caritas-Geschäftsstellen Simmern und Boppard verabschiedeten Lydia Bittner-Wirtz: Für die 66-jährige Diplom-Sozialpädagogin begann am 1. Januar 2026 der Ruhestand - nach 28 Jahren und einem Monat! Durchgängig war sie in Schwangerschaftsberatung und Allgemeiner Sozialberatung (ASB) tätig.
Den ersten Arbeitstag im Caritasverband hatte Lydia Bitter-Wirtz am 28. November 1998 in der Geschäftsstelle Simmern, bis zuletzt ihr Haupt-Standort. Dass die leicht vorgezogene Abschiedsfeier im Kollegium am Jahrestag des Dienstbeginns stattfand, war Zufall. Es ist aber in jedem Fall eine nette Randnotiz!
Die Stelle in Schwangerschaftsberatung und Allgemeiner Sozialberatung hatte die "frischgebackene" Diplom-Sozialpädagogin - im Erstberuf übrigens Erzieherin - als Elternzeitvertretung für drei Jahre angetreten. Ob sie schon ahnte, wie lange sie dem katholischen Verband und ihren beiden Arbeitsbereichen die Treue halten würde?
Tatsächlich fehlt kaum mehr als ein Jahr zu drei Jahrzehnten: 1996/1997 hatte Bittner-Wirtz in einem sechsmonatigen Praktikum die Caritas in Simmern kennengelernt. Spätestens danach stand für sie fest: Beratung sollte ihr künftiges Arbeitsfeld werden!
Bei aller Kontinuität erlebte Lydia Bittner-Wirtz als Caritas-Mitarbeiterin doch wichtige Neuerungen: Fünf aufeinanderfolgende Geschäftsführungen, je nach Bevölkerungsstruktur wechselnde Außenstellen im Kreis, das stetige Zusammenwachsen des Caritasverbandes Rhein-Hunsrück-Nahe e.V. zu einem Sozialverband für die Landkreise Rhein-Hunsrück, Birkenfeld und Bad Kreuznach… Im Laufe der Zeit hat Lydia Bittner-Wirtz große Entwicklungen erlebt und mitgetragen.
Eine tiefgreifende Veränderung war der Rückzug der Katholischen Kirche und ihrer Beratungsstellen aus der Schwangerschaftskonfliktberatung nach § 218 im Jahr 2000. Seither dürfen die Caritas-Schwangerschaftsberaterinnen nicht mehr den zu einer Abtreibung erforderlichen Beratungsnachweis ausstellen.
Bittner-Wirtz` grundsätzliche Haltung änderte sich nicht: "Wichtig war mir stets, die Menschen, die zu mir kamen, gut zu beraten, gemeinsam mit ihnen Perspektiven zu entwickeln und gangbare Wege aus schwierigen Situationen zu finden", sagt die als systemische Familientherapeutin ausgebildete Pädagogin. Zudem engagierte sie sich rege in sexualpädagogischen Angeboten für Schülerinnen und Schüler.
Neu-Ruheständlerin Lydia Bittner-Wirtz (Mitte) wird von Caritasdirektor Dr. Jens Werner und der stellvertretenden Direktorin Ilona Besha mit allen guten Wünschen verabschiedet.Thomas Elsen, Caritasverband
Ilona Besha, Caritas-Dienststellenleiterin im Rhein-Hunsrück-Kreis, bescheinigt der ehemaligen Kollegin Offenheit und Wertschätzung für alle Menschen, unabhängig von deren Kultur. Besha, damals im "Aussiedler-Projekt" des Verbandes tätig, erinnert sich gerne an die enge Zusammenarbeit Anfang der 2000er Jahre, als Neubürger in großer Zahl auch zu ASB und Schwangerschaftsberatung kamen.
"Im Kollegenkreis zeichnet sich Frau Bittner-Wirtz ebenfalls durch bemerkenswerte Empathie aus", ergänzt der "Chef": Nach eigenem Bekunden erlebte Caritasdirektor Dr. Jens Werner die Neu-Ruheständlerin in der Mitarbeitervertretung, der sie von 2009 bis zum Sommer 2025 ununterbrochen (und wiederholt als deren Vorsitzende) angehörte, als engagierte Fürsprecherin der Dienstgemeinschaft. Zugleich lobt er ihre lösungsorientierte Herangehensweise.
Aber nicht nur, indem die Hundheimerin fast täglich und bei jedem Wetter mit dem Rad zur Arbeit fuhr, bewies sie auch Beharrlichkeit: Langjährige Kollegen berichten schmunzelnd, wie sie gegen den fast schon erbitterten Widerstand zweier Tabak-Liebhaber das damals noch längst nicht selbstverständliche Rauchverbot in den Simmerner Caritas-Räumen erwirkte.