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Stand: 06.11.2018

Pressemitteilung

Simmern

„Niemals geht man so ganz…“ – auch nicht nach 37 Jahren „Caritas“

Ein vorgezogenes Dankeschön für Caritas-Mitarbeiter Paul D. May: Ende Mai geht der Suchtberater der Geschäftsstelle Simmern nach fast 38 Jahren in den Ruhestand; zuvor arbeitet er seinen Nachfolger ein.

Gerne würdigte Caritasdirektorin Victoria Müller-Ensel schon jetzt, dass May dem Verband sogar über den letzten Tag hinaus die Treue hält: Er bleibt Mitglied im Caritasrat, dem er seit Gründung des Ortsverbandes als "eingetragener Verein" 1992 in jeder Wahlperiode angehört hat. Auch von der Gruppenarbeit nimmt er nicht vollständig Abschied.

Treue kann man Paul D. May getrost attestieren. Seit 1. August 1981 ist er Mitarbeiter der Caritas Simmern - und ohne Unterbrechung als Suchtberater tätig.
Seither hat sich viel getan: "Aufgabengebiet und Arbeitsweisen waren noch nicht wirklich definiert", erinnert sich der Diplom-Sozialpädagoge. "Im Grunde liegen in der damaligen Zeit die Anfänge der Suchtberatung kreisweit." Ein wenig stolz darauf, diese Anfänge mitgestaltet zu haben, ist der Mitt-Sechziger durchaus.
Gemeinsam mit einem Kollegen habe May geradezu Pionier-Arbeit geleistet, bringt es Caritasdirektorin Victoria Müller-Ensel, selbst seit 20 Jahren im Verband, auf den Punkt. Viele Weggefährten des dienstältesten Mitarbeiters teilen ihre Einschätzung.

Mays Antrieb liegt bis heute in seiner Konzeption von Suchtarbeit: Erklärtes Ziel ist es, alle Lebensebenen des Klienten einzubeziehen: Familie und Arbeitsstelle, aber auch andere Akteure im Therapie-System. Dem Pädagogen geht es darum, im Sinne des suchtkranken Menschen gemeinsam mit ihm ein Hilfe-Netz zu knüpfen.
Aus dieser Idee heraus brachte May die betriebliche Suchtberatung auf den Weg. Noch früher initiierte er die Gruppenarbeit für Betroffene. Ebenso bekommen die stets mit-betroffenen Angehörigen in regelmäßigen Treffen ihren eigenen Raum.

In einer anderen Gruppe legt der Suchtberater den Fokus auf psychische Auffälligkeiten und  seelische Gesundung. Entsprechend pflegt er traditionell eine enge Verbindung zur Abteilung "Psychiatrie und Psychotherapie" im örtlichen Krankenhaus. "Die Psychiatrie ist oft Anlaufstelle für suchtkranke Menschen, die etwas in ihrem Leben verändern wollen oder müssen", erklärt Paul D. May.
Als einen Vorreiter darf man den Pädagogen auch auf dem damals neuen Gebiet der Männerarbeit bezeichnen. Dass sich in seiner Männergruppe seit 20 Jahren durchschnittlich ein Dutzend Teilnehmer trifft, spricht für sich.

Im Selbstwert des Einzelnen sieht Paul D. May den vielleicht wichtigsten Faktor für das Gelingen seiner Arbeit. Um diesen zu stärken, suchte er auch ungewöhnliche Wege, darunter eine Theatergruppe für Betroffene. Dass er jeden in seiner Individualität annimmt, schlägt sich in bemerkenswerten Klientenzahlen nieder: Jährlich kommen rund 200 Ratsuchende in sein Beratungsbüro - jene, die nur einmal zum Orientierungsgespräch dort waren, sind noch gar nicht mitgezählt!

Es sind große Fußstapfen, in die "der Neue" tritt. Sorgen bereitet das Markus J. Müller indes nicht: Der 48-Jährige Diplom-Sozialpädagoge bringt viel Erfahrung aus der Suchtberatung mit. Im Übrigen wird Paul D. May seine Angehörigengruppe und die Männergruppe "Adam" ehrenamtlich weiterführen.

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