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Stand: 29.11.2019

Pressemitteilung

Rhein-Hunsrück-Kreis

Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer: Wichtig wie eh und je!

Vor 15 Jahren - zum 1. Januar 2005 - schuf der Bund die "Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer" (MBE). Das speziell auf Neuzugewanderte zugeschnittene Angebot steht vor allem in den ersten Jahren nach Ankunft zur Verfügung. Die Beratung vor Ort leisten die Träger der Freien Wohlfahrtspflege.

Im Rhein-Hunsrück-Kreis ist die MBE-Stelle seit Beginn beim Caritasverband angesiedelt. Zum "kleinen Jubiläum" legt man dort gerne die Relevanz der Beratung für Zuwanderer ab 27 Jahren, gleich welcher Herkunft, dar.
Zuständig ist Manuela Boder-Kassubek, die in den Caritas-Geschäftsstellen Simmern und Boppard arbeitet. Die Diplom-Sozialarbeiterin übernahm erst 2019 die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer. Alleine im vergangenen Dreivierteljahr zählte sie rund 110 Ratsuchende - Tendenz steigend!
Die perspektivisch noch wachsende Klienten-Zahl hat mehrere Gründe: So investierte Boder-Kassubek zunächst verstärkt Energie in die - ohnehin obligatorische - Netzwerkarbeit. Sie machte sich etwa beim Jobcenter oder der Ausländerbehörde bekannt.  Ebenso nahm sie sofort die enge Zusammenarbeit mit Sprachkurs-Anbietern und Jugendmigrationsdiensten auf. All dies zeigt nachhaltig Wirkung.
Hinzu kommt das inhaltliche Spektrum der MBE. Diese soll den Integrationsprozess initiieren, steuern und begleiten. Zuwanderer jeder geographischen Herkunft sollen in den Angelegenheiten des täglichen Lebens verselbständigt werden. "Drei wichtige Themenfelder sind Spracherwerb, berufliche Orientierung und die Beratung rund um Ehe, Familie und Erziehung", fasst Boder-Kassubek zusammen.

Auch die Suche nach einer Wohnung hat ihren Effekt auf die Klientenzahlen, ergänzt Angelika Hillingshäuser. "Zuströme von Menschen mit Migrationshintergrund orientieren sich an günstigen Verkehrsanbindungen und daran, wo bezahlbarer Wohnraum verfügbar ist. Hier bei uns gilt dies derzeit primär für die Rheinschiene," führt die Caritas-Fachdienstleiterin "Migration" aus.
Neue Klientinnen und Klienten bringt auch der Familiennachzug, der für viele Ratsuchende derzeit im Vordergrund steht. Dieses Thema zeigt überdies die Komplexität der Arbeit. Dazu Boder-Kassubek: "Man muss Betroffene darauf vorbereiten, was es bedeutet, wenn die Familie nachkommt." Denn man knüpfe nicht im "Hier und Jetzt" an, sondern an einer Zeit, die fünf Jahre zurückliegt. Etwa so lange währt meist die Trennung.
"Während Angehörige, meist Frau und Kinder, ohne den familiären Schutz in der alten Heimat leben, entsteht Entfremdung", erläutert Hillingshäuser. Auch für den, der bereits hier ist, bedeute diese Phase eine extreme Belastung: "Die Tatsache, dass man die Verantwortung für die eigene Familie nicht wie erwartet übernehmen kann, hat enormen Einfluss auf die Integration. Sie erschwert die Konzentration auf Sprachkurs und Arbeitssuche, führt zu Schlafstörungen und gar zu Depression."

Kontakt zur Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) im Rhein-Hunsrück-Kreis: Manuela Boder-Kassubek, Tel.: 06761/9196-71; E-Mail: M.Boder-Kassubek@caritas-rhn.de.
 

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