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Stand: 29.11.2019

Pressemitteilung

Bad Kreuznach

Gedenktag für Drogentote auf sehr persönliche Weise begangen

Weltweit wird jährlich am 21. Juli jener Menschen gedacht, die an den direkten oder indirekten Folgen ihres Drogenkonsums verstorben sind. Diesmal wurde der Gedenktag erneut auch in der Caritas-Geschäftsstelle Bad Kreuznach begangen. Initiiert hatte dies Sarah Huff von der Fachstelle für Aufsuchende Arbeit.
Die Caritas-Mitarbeiterin leistet psychosoziale Begleitung für Menschen, die am Substitutionsprogramm in der Praxis des örtlich zuständigen Arztes teilnehmen. Die Zahl der substituierten Klienten, die Huff betreut, summiert sich auf 135 im Jahr. Hinzu kommen rund 15 Personen, die zweiwöchentlich an der Clean-Gruppe des Caritasverbandes teilnehmen: Drogen konsumierenden Männer und Frauen, die heute aber abstinent leben.

Das Anliegen war es, dieser besonderen Zielgruppe zum Gedenktag ein eigenes Angebot zu machen. In ihrer Arbeit will Sarah Huff den Menschen "auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam mit ihnen Lösungen finden". So bezog sie Mitglieder der Clean- und der Substitutionsgruppe von Beginn an in die Gestaltung des Gedenktags ein.

Die Idee einer Gedenkfeier war bald geboren. Zur Unterstützung konnte man Kaplan Moritz Neufang aus der katholischen Pfarreiengemeinschaft Bad Kreuznach gewinnen.

An jeden Drogentoten in ihrem Umfeld erinnern die Suchtberatung des Caritasverbandes und deren Klienten seit einigen Jahren symbolisch in Form eines Schmetterlings aus weißem Papier. Die Vorbereitungsgruppe führte das vertraute Ritual fort und fügte nun sechs weitere Schmetterlinge hinzu.
Dies zeigt, wie sehr der Tod geliebter Menschen gerade angesichts einer Suchterkrankung zum Alltag gehört: Viele Klienten haben im Laufe der Zeit ebenfalls betroffene Freunde, Familienangehörige oder Partner durch Konsumfolgen verloren.
Nach einem musikalischen Einstieg in die Gedenkfeier griff auch Kaplan Neufang das Symbol des Schmetterlings auf. Er verwies auf dessen christliche Bedeutung der Auferstehung nach dem Tod. Weiter sprach der Seelsorger über Stigmatisierung in unserer Gesellschaft, die es vor Gott jedoch nicht gebe.

Abschließend ließ man bei musikalischer Untermalung Luftballons mit Segenswünschen für die Verstorbenen steigen. Zudem war Raum für Beisammensein und Gespräche.
Die Gelegenheit, sich in diesem Rahmen mit dem Thema "Trauer" auseinanderzusetzen, habe eine besondere Form der Betroffenheit entstehen lassen, blickt Sarah Huff zurück. "Alle 20 Mitwirkenden und Besucher erlebten den Tag als sehr stimmig. Die Feier war emotional, die Menschen zeigten sich dankbar für die entgegengebrachte Wertschätzung." Schon jetzt stehe für alle Beteiligten fest, dass der Gedenktag für verstorbene Drogenkonsumenten auch im kommenden Jahr vor Ort stattfinden wird.

Mehr Infos: Sarah Huff (Caritas-Bad Kreuznach, Aufsuchende Arbeit), Telefon: 0671/83828-23; E-Mail: S.Huff@caritas-rhn.de.

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